2007-06-02, Samstag, 09.15 Uhr
«New Point» (ehemals Restaurant «Flora»), Albisriederplatz
Der Kellner im weissen, kurzärmligen Hemd ist mit Geschirrabräumen beschäftigt und beachtet die zwölf Gäste im schlauchförmigen Restaurant kaum. Weiter hinten sitzt eine Vierergruppe Ausländer vor leer getrunkenen Kaffeetassen. Kleingeld klimpert auf den Holztisch, aus dem Radio erklingt gedämpft «Snow» («Red Hot Chili Peppers»). Draussen nieselt es, das 3er-Tram quietscht, die Vierergruppe macht sich jetzt davon. Ein Herr anfangs fünfzig, im schwarzen Anzug, brütet in der Mitte des Raums über seiner Tasse; zwischendrin blickt er durch die breite Glasfront. Seine blaue Krawatte ist schlecht gebunden, die braunen Schuhe sind schmutzig. Ein grosses Baugerüstet verhindert den freien Blick auf den Albisriederplatz. Auf dem Fenstersims sind Blumengestecke platziert, die allesamt Staub tragen. «3 Franken 80, bitte», der Kellner schaut selten auf, sein Blick fixiert stattdessen die leeren Tische, die er darauf mit einem gelben Lappen abwischt. Eine bebrillte Frau mit grauem Kurzhaarschnitt bestellt eine weitere Stange, das leere Glas wird sofort weggeräumt. «Ich möchte auch noch gleich bezahlen», winkt ein anderer Gast den Kellner heran. «Ich auch», ruft ein Mann mit Vollglatze, der sein Handy in die Westentasche steckt und Notizzettel sortiert. Der Kellner bewegt sich flink durch den Raum; er verteilt Körbchen, darin Gipfeli in roten Servietten eingewickelt sind. «Die Wetteraussichten für heute...trüb... », meldet das Radio. Das Restaurant leert sich. An einem Tisch unterhalten sich zwei ältere Frauen auf Türkisch. Ein hohes Geräusch dringt in den Raum; nebenan am Stand schabt der Kebab-Verkäufer an einem massigen Fleischzylinder. Der Kellner greift sich an seinen buschigen Bocksbart und überlegt. Dann richtet er die Stühle aus und legt aufgeschlagene Zeitungen weg. Die Frau mit Brille kriegt endlich das bestellte Bier serviert; sie nickt zufrieden und klaubt eine Zigarette aus der Packung. Es riecht nach Fett.
09.32 Uhr, hei
«New Point» (ehemals Restaurant «Flora»), Albisriederplatz
Der Kellner im weissen, kurzärmligen Hemd ist mit Geschirrabräumen beschäftigt und beachtet die zwölf Gäste im schlauchförmigen Restaurant kaum. Weiter hinten sitzt eine Vierergruppe Ausländer vor leer getrunkenen Kaffeetassen. Kleingeld klimpert auf den Holztisch, aus dem Radio erklingt gedämpft «Snow» («Red Hot Chili Peppers»). Draussen nieselt es, das 3er-Tram quietscht, die Vierergruppe macht sich jetzt davon. Ein Herr anfangs fünfzig, im schwarzen Anzug, brütet in der Mitte des Raums über seiner Tasse; zwischendrin blickt er durch die breite Glasfront. Seine blaue Krawatte ist schlecht gebunden, die braunen Schuhe sind schmutzig. Ein grosses Baugerüstet verhindert den freien Blick auf den Albisriederplatz. Auf dem Fenstersims sind Blumengestecke platziert, die allesamt Staub tragen. «3 Franken 80, bitte», der Kellner schaut selten auf, sein Blick fixiert stattdessen die leeren Tische, die er darauf mit einem gelben Lappen abwischt. Eine bebrillte Frau mit grauem Kurzhaarschnitt bestellt eine weitere Stange, das leere Glas wird sofort weggeräumt. «Ich möchte auch noch gleich bezahlen», winkt ein anderer Gast den Kellner heran. «Ich auch», ruft ein Mann mit Vollglatze, der sein Handy in die Westentasche steckt und Notizzettel sortiert. Der Kellner bewegt sich flink durch den Raum; er verteilt Körbchen, darin Gipfeli in roten Servietten eingewickelt sind. «Die Wetteraussichten für heute...trüb... », meldet das Radio. Das Restaurant leert sich. An einem Tisch unterhalten sich zwei ältere Frauen auf Türkisch. Ein hohes Geräusch dringt in den Raum; nebenan am Stand schabt der Kebab-Verkäufer an einem massigen Fleischzylinder. Der Kellner greift sich an seinen buschigen Bocksbart und überlegt. Dann richtet er die Stühle aus und legt aufgeschlagene Zeitungen weg. Die Frau mit Brille kriegt endlich das bestellte Bier serviert; sie nickt zufrieden und klaubt eine Zigarette aus der Packung. Es riecht nach Fett.
09.32 Uhr, hei
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