Donnerstag, 7. Juni 2007

2007-06-07, Donnerstag, 10.58 Uhr

Bahnhof Oerlikon

Ein Mann und eine Frau betreuen eine Schar Jugendlicher. Die Jugendlichen sind gehörlos oder haben eine Höreinschränkung, was auch daran zu erkennen ist, dass sich ihre beiden Begleitpersonen in der Gebärdensprache mit ihnen unterhalten, respektive ihnen Anweisungen geben. Die S 7 steht, die Türen sind offen, die Jugendgruppe drängt sofort in den Waggon. Zunächst herrscht Unentschlossenheit, ob man sich im oberen oder unteren Stockwerk der S-Bahn platzieren will. «Michael, Michael», ruft die eine Begleitperson ihrem Schützling nach, der sich verständlicherweise nicht nach ihr umdreht. Sie geht auf Michael zu und tippt ihn an die Schulter, worauf er reagiert. Mit vielen Gesten versucht sie ihm etwas zu erklären. Der männliche Betreuer führt die Gruppe ins obere Abteil. Im Zwischengang der S-Bahn, neben den Türen, wo sich Klappenbänke befinden, hockt ein Blinder. Schwarze Brille, weisser Stock und die gelbe Armbinde. Ein ungepflegt aussehender Mann mit fussligem Bart und zerschliessenen Kleidern hält sich an einer Stange fest und quasselt vor sich hin. Es ist unklar, ob er Selbstgespräche führt oder sich mit dem Blinden unterhält. Der Blinde sitzt in aufrechter Haltung und antwortet in regelmässigen Abständen mit «ja, ja». Und mit jedem «ja, ja» wird das unverständliche Gerede des anderen schneller und lauter.

11.03 Uhr, hei

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