Montag, 4. Juni 2007

2007-06-04, Montag, 19.26 Uhr

Kinderspielplatz, Liegenschaft an der Eichbühlstrasse

«Adriana», ruft ein kleines Mädchen seiner Spielgefährtin zu, das zweite «a» erklingt laut und sehr gedehnt im Hof. Die kleine Adriana blickt zwar auf, zeigt aber ansonsten keine Regung. Sie lehnt stattdessen an einer Mauer und wirkt etwas unbeteiligt. Ein lebhaftes Stimmengeknäuel erfährt eine zusätzliche Steigerung; jeder ruft jedem etwas zu, alle machen in irgendeiner Form auf sich aufmerksam und vollführen Verrenkungen. Neun Kinder im Alter von ungefähr vier bis zehn Jahren trollen und turnen an einem Holzobjekt herum, welches aus einer hellgrünen Doppelrutschbahn, einem schmalen Steg mit Geländer und einem turmähnlichen Gebilde mit Leiter besteht. Es sieht wie ein Fertigteil aus einem Baumarkt aus. Eine kleine Metallstange ragt oben aus dem Turmgebilde heraus, die Distanz zum Boden beträgt über zwei Meter. Ein Junge (der einzige) macht Klimmzüge, worauf eine pausbäckige Ponyfrisur langsam von zehn rückwärts zu zählen beginnt. «Vier, drei, zwei eins...», der Junge stoppt mit den Klimmzügen und lässt sich fallen. Rasch wischt er die Kniestellen seiner Hose sauber und eilt zu einer Schaukel. Ein Mann anfangs vierzig stösst hinzu. Er nimmt eines der Mädchen und hebt es zur Metallstange. Die Kleinste von allen möchte aber lieber die Rutschbahn hinunter sausen. Der Mann hievt deshalb das Mädchen im roten Pullover auf den Holzsteg, wo die beiden Rutschen befestigt sind. An seinem schlaksigen Körper flattert ein dunkelblauer Traineranzug mit zwei weissen Streifen seitlich, die nackten Füsse stecken in weiss-blauen Plastiksandalen. Er macht einen kurzen Satz und beginnt nun ebenfalls mit Klimmzugübungen. Die Kinder beachten ihn kaum und eilen allesamt zur Schaukel. Eine Weile noch läuten die Kirchglocken. Ein Platzregen setzt ein, die Kinder rennen weg, der Mann schlurft unter ein Vordach. Man hört, wie die Schaukel leer hin und herpendelt.

19.40 Uhr, hei

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