Ich öffne unseren Briefkasten und nach einigen Versuchen lässt sich das alte Namensschild seitwärts durch einen inwendigen Schlitz im Blech entfernen. Es enthält meinen Namen und den meiner ehemaligen Mitbewohnerin. Ich ersetze es mit dem neuen Schild, das wiederum meinen Namen, neu aber den meiner Frau enthält. Mit dem zerkratzten Plexiglas vor dem Schild sieht auch das neue sofort alt aus. Ich ziehe die provisorische Selbstklebe-Etikette mit dem Namen meiner Frau von der Briefkastentür. Die Reste des Klebstoffs kratze ich mit dem Fingernagel weg.
Das Namensschild am Klingelbrett lässt sich nicht von Hand entfernen. Ich hole mein Armeemesser in der Wohnung und löse unser altes aufgeklebtes Schild ab. Darunter kommt das Schild unserer Vormieter zum Vorschein. Es lässt sich weder mit dem Schraubenzieher noch mit der Aale des Messers entfernen. Beim Nachbarn besorge ich mir mehrere Schraubenzieher und einen Hammer. Alles Klopfen, Hebeln und Stechen bringt nichts. Ich schwitze. Eine Nachbarin leert den Briefkasten. „Weißt du, wie diese Namensschilder montiert sind?“, frage ich sie. „Keine Ahnung“, sagt sie, „aber das sieht nicht gut aus, gerade jetzt.“ Ich räume mein Werkzeug zusammen, hinterlasse das zerkratzte Schild unserer Vormieter und deponiere unseres im Milchkasten. Zurück in der Wohnung rufe ich den Hauswart an, doch es kommt nur sein Telefonbeantworter.
11 Uhr, pfi
Dienstag, 14. August 2007
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